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Der beste Boss der Welt

Der beste Boss der Welt

„Die Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer hat innerlich gekündigt.“

Wie oft haben wir diesen Satz so oder ähnlich schon gelesen? Es gibt immer wieder Studien, die zu ähnlichen Ergebnissen kommen. Und wenn man sich in seinem Umfeld umsieht, spürt man irgendwie, dass der Satz stimmt.

Viele Menschen sind laufend auf der Suche: nach dem Traumjob, nach besseren Arbeitsbedingungen, nach einem fähigeren Chef, netteren Kollegen, mehr Gehalt, weniger Überstunden und so weiter. Sie passen ihre Online-Profile an, polieren ihren Lebenslauf, schicken Bewerbungen und zapfen ihr Netzwerk an. Und irgendwann wechseln sie tatsächlich in einen neuen Job, in der Hoffnung, dass jetzt alles besser wird!

„People join companies but leave managers.“

Diesen Satz hat Marcus Buckingham für sich geprägt. Er war rund 20 Jahre Senior Researcher bei The Gallup Organisation. Dort hat er untersucht, was die besten Unternehmen und die erfolgreichsten Manager anders machen. Und was Menschen zu außergewöhnlich guten Leistungen antreibt. 

Frei könnte man den Satz so interpretieren, dass Menschen von Unternehmen angezogen werden, weil diese ihnen den optimalen Job zu den attraktivsten Bedingungen anbieten. Ihre tägliche Arbeit wird jedoch am meisten von ihrem direkten Vorgesetzten beeinflusst. Und wenn er oder sie nicht so sind, wie man es sich vorstellt, rückt die Kündigung immer näher.

Oft hat man hohe Erwartungen an die Chefin oder den Chef:

• Sie soll uns zuhören, Fragen stellen, einbinden.
• Er soll unsere Stärken kennen und uns motivieren.
• Sie soll wissen, wann wir unsere Ruhe brauchen und wann wir gefordert werden wollen.
• Er soll uns regelmäßig Feedback geben, ein tolles Vorbild sein und unsere Arbeit regelmäßig anerkennen.
• Außerdem soll sie ein toller Mensch sein, ihren Job beherrschen und sich für uns einsetzen.
• Er soll sich für unsere persönlichen Belange wie Familie, Gesundheit usw. interessieren und mithelfen, dass wir einen optimalen Ausgleich zwischen Beruf und Privatleben erreichen.
• Und sie soll dabei helfen, dass unsere Karriere läuft und wir zufrieden und erfolgreich sind.

Das klingt doch wirklich nach einem perfekten Boss, oder nicht?

Doch können wir wirklich erwarten, dass andere Menschen uns zu unserem persönlichen Erfolg führen? Ist das eigentlich fair und realistisch?

Führe dich selbst, und es ist egal, welchen Chef du hast

Wenn wir ehrlich zu uns sind (und zwar ganz und gar ehrlich), wissen wir oft selbst nicht so genau, wo unsere Stärken liegen und wie wir diese einsetzen sollen. Wir hadern mit Druck und Terminen. Wir möchten weiterkommen und sehen andere als Konkurrenten. Wir glauben, was die Gesellschaft, die Unternehmensführung, die Medien uns sagen. Und dann folgen wir dem allgemein gültigen Muster – oft blind und taub für andere Dinge. Manchmal spüren wir, dass es nicht so stimmig ist was wir tun. Wir fragen uns: „Kann das alles gewesen sein?“

Was wäre wenn wir die komplette Verantwortung für unseren persönlichen Erfolg, unsere Misserfolge, unsere Unzufriedenheit und für unser Glück  selbst übernähmen? Wie wäre es, wenn wir uns einfach selbst führten?

Wir können das tun, was wir von unserem Chef erwarten: Unsere Stärken kennen, uns selbst immer wieder Fragen stellen, auf unsere Gesundheit achten, neue Ideen aus uns heraus kitzeln, Mut haben, etwas Neues auszuprobieren, uns selbst motivieren, uns selbst gut behandeln und loben. Und für uns selbst und unsere Werte einstehen!

Führen Sie doch mit sich selbst mal ein Mitarbeitergespräch. Stellen Sie sich die Fragen, die Sie von ihrer Chefin hören wollen. Geben Sie ehrliche Antworten, und schreiben Sie sie am besten auf. Nehmen Sie sich Zeit dafür, gerne mehrere Wochen. Hören Sie in sich hinein. Und wenn Sie merken, es ist alleine nicht gut, holen Sie sich Hilfe. Ein Coach kann Sie dabei unterstützen, Antworten zu finden. Er oder sie wird Ihnen die richtigen Fragen stellen, damit Sie selbst erkennen, was in Ihnen schlummert. Vielleicht haben Sie auch eine Person in Ihrem Umfeld, die als Mentor fungieren kann. Ein Mentor ist jemand, der z.B. das erreicht hat, was Sie gerne erreichen möchten. Er berät Sie, hört zu und gibt Tipps. Um Ihre Berufung zu finden kann es auch helfen, Ihre Familie, Ihre Freunde, Ihre Kollegen, ja, auch Ihren Chef, zu fragen, wie diese Sie sehen. Machen Sie z.B. Ihr eigenes 360-Grad-Feedback, indem Sie ausgewählten Menschen eine Reihe von offenen Fragen über Sie stellen. Sie werden viel über sich und Ihre Wirkung erfahren und ganz bestimmt positive Reaktionen erhalten.

Eventuell erkennen Sie bei alldem, dass Ihre Talente nicht zu dem Unternehmen passen, für das Sie arbeiten. Oder Sie gestehen sich ein, dass der Beruf, den Sie ausüben, einfach nicht das ist, was Sie sich vorstellen. Vielleicht haben Sie auch plötzlich Lust, ins Ausland zu gehen. Oder Sie wollen sich endlich selbständig machen. All das kann herauskommen, wenn Sie ehrlich überlegen, welche Erwartungen Sie ganz persönlich an Ihr Leben haben.

Genauso gut könnten Sie aber auch herausfinden, dass Sie Fähigkeiten haben, die sehr wertvoll für Ihren Arbeitgeber sind. Oder dass Sie das Potenzial haben, andere zu führen – nicht nur sich selbst. Sie haben plötzlich Ideen, die Sie und Ihr Team voran bringen. Und Sie sind so mutig, diese auch auszusprechen. Plötzlich ändert sich alles um Sie herum, weil sich Ihre Einstellung ändert.

Ja, das kann Angst machen! Weil es etwas Neues und etwas Unbekanntes ist. Kleine Schritte sind deshalb für viele Menschen leichter, als gleich einen großen Schritt zu machen. Andererseits braucht es für viele kleine Schritte unglaublich viel Disziplin, weil die Versuchung, stehen zu bleiben, groß sein kann.

In jedem Fall lohnt es sich: Nur wenn wir selbst unser Potenzial kennen, können wir dieses voll ausschöpfen. Wenn wir uns trauen, unsere Talente einzusetzen und zu zeigen, nutzen wir unsere Energie positiv. Wenn wir das tun, was wir am besten können, werden wir jeden Tag mit Freude an die Arbeit gehen und unsere Begeisterung ist ansteckend. Unsere Ergebnisse werden atemberaubend sein und andere, auch die Chefs, anspornen.

Denn: Wer sich selbst gut führt, zieht andere Menschen an und führt sie - ganz natürlich.

Worauf warten Sie? Trauen Sie sich! Seien Sie der beste Boss, den Sie je hatten!


Gaby Feile (www.kommboutique.com) hat diesen Artikel für den Kongress „Visionäres Wirtschaften“ (www.visionaeres-wirtschaften.de) verfasst. Am 15. und 16. Oktober 2011 erfahren Teilnehmer in Vorträgen und Workshops renommierter Coachs erhalten, wie sie selbst tätig werden können, um emotionale und mentale Belastungen zu reduzieren und sich einen Arbeitsalltag zu schaffen, der sie erfüllt und an dem sie Freude haben.

Link zum Programm hier www.visionaeres-wirtschaften.de , http://www.visionaeres-wirtschaften.de/de/kongress/programm-ablauf 
Tickets hier  Tickets 

 
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