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Burnout – die Krankheit unserer Zeit

Burnout – die Krankheit unserer Zeit

Viele Menschen leiden an Burnout und suchen Wege damit umzugehen
Burnout ist eine emotionale Erschöpfung mit verminderter Leistungsfähigkeit. Sie verläuft
über mehrere Stufen und führt im weiteren Verlauf zu psychosomatischen Erkrankungen,
Depression oder Aggression und einer erhöhten Suchtgefährdung.
Spürbare Folgen für die Gesellschaft sind zum Beispiel, dass die Zahl der
Frühpensionierungen stetig steigt. Menschen klagen darüber, die Privatzeit wird
aufgefressen; sie haben noch nicht einmal Zeit, den Verlust eines Partners zu betrauern. Die
Zahlen von Alkoholmissbrauch und Abhängigkeit steigen.

Viele Studien belegen die Brisanz der Entwicklung: So hat die Medizinische Universität in
Graz in einer Studie für die Richterschaft festgestellt, dass zum Beispiel ein Fünftel aller
Richter höchst Burnout gefährdet sind. Hier wird vor allem über Verlust an Autorität und
fehlende Respektlosigkeit gesprochen, die den Richtern – ähnlich wie den Lehrern - zu
schaffen machen. In Deutschland hat die AOK eine Studie veröffentlicht, wonach sich in
Unternehmen die Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund des Burnout-Syndroms von 2004 bis
2010 verzehnfacht haben.

Wer hat Schuld?

Liegt es daran, dass die heutigen Führungskräfte ihre Mitarbeiter ins Burnout hetzen? Liegt
es an der Verschiebung der Alterspyramide? An der Vorbildfunktion der Chefs? Sind es
tatsächlich „die Unternehmer“, „die Führungskräfte“, die ihren Mitarbeitern nicht zuhören
wollen, die sie aussaugen, die ihnen kein angenehmes Arbeitsumfeld bieten?
Betrachtet man sich die AOK Studie genauer, kann man zwei Gründe für den starken
Anstieg erkennen: Ärzte sind heute besser informiert, sprechen offener über dieses
Krankheitsbild und schreiben auch entsprechend krank. Mehr und mehr Menschen drohen
von beiden Seiten auszubrennen: Vom Job und vom Privatleben.
Die Gründe sind vielschichtig

Wir leben in Zeiten von enormen Veränderungen: Etablierte Regierungssysteme brechen
zusammen. Die weltweite Transparenz und Schnelligkeit von Kommunikation ermöglicht es
rund um die Uhr erreichbar und informiert zu sein. Wir leben und arbeiten in einer
internationalen Welt, was einen direkten Einfluß auf kulturelle Werte im Lebens- und
Berufsalltag eines jeden mit sich bringt. Die Alterspyramide in Deutschland hat sich enorm
verändert, so dass sich auch der Altersdurchschnitt in Unternehmen verschiebt. Die
aktuellen großen Veränderungsprozesse der Wirtschaft beeinflussen das Denken, Fühlen
und Wohlbefinden fast aller Menschen.

Und wie sieht es im Mikrokosmos des Einzelnen aus?

Wir sind also mitten drin in einer enormen Gesellschaftsveränderung. Und: Veränderungen
haben immer - in einem gewissen Stadium des Trauerprozesses - das Gefühl der Angst im
Gepäck! Der Mensch verlässt gewohntes Terrain, und das Neue, das Unbekannte
verursacht erst einmal ein Gefühl von Angst. Von dieser Angst sind Alle betroffen:
Unternehmer, Führungskräfte, Mitarbeiter.

Bisherige, gefestigte Verhaltens- und Denkweisen verstärken sich überproportional. Das,
was vorher schon da war, tritt in dieser Phase des Veränderungsprozesses massiv zum
Vorschein: Der Chef, der einen eher dominanten Führungsstil hatte, wird diesen zunächst
um so mehr ausüben. Der Mitarbeiter, der vorher schon unterschwellig merkte, dass seine
Tätigkeit nicht wirklich seinen Talenten entsprach, wird noch demotivierter werden. Die
Person, die vorher schon Schwierigkeiten hatte, „Nein“ zu sagen, sowie ihre Grenzen zu
wahren und zu setzen, wird es in Zeiten von Veränderungen ebenso wenig tun.
Wenn ein Mitarbeiter dem Irrglauben aufsitzt, es läge ausschließlich am „falschen
Unternehmen“, und er das Unternehmen verlässt, müsste es ihm, der sich zum Beispiel
selbstständig macht, sofort besser gehen. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass derjenige, der
durch Burnout bedingt eine längere Auszeit hatte, oftmals in der Selbstständigkeit an den
gleichen Punkten scheitert. Oder zumindest an seine Grenzen gerät. Es sei denn, er
bearbeitet wirklich seine Lernthemen, wie zum Beispiel: Was hat dazu geführt, dass ich an
dem Punkt des ausgebrannt-seins angekommen bin? Und schließt inneren Frieden mit
seinem ehemaligen Arbeitsgeber.

Warum wir uns so schwer tun mit Gefühlen?

Vorab sei gesagt: Führungskräfte sind bewusst und unbewusst Vorbilder für die Mitarbeiter;
sie bestimmen die ungeschriebenen Regeln in einem Unternehmen.
Nun mussten die Eltern der heutigen Führungskräfte (Jahrgänge 1960 bis 1975) die Gefühle
des schlimmen Weltkrieges verdrängen, um weiter zu gehen. Somit wurden auch ihre Kinder
meist ebenso erzogen. Das heißt, Gefühle wurden und werden noch immer verdrängt,
überspielt. Und wenn ich sie bei mir verdränge, wie soll ich dann meine Mitarbeiter durch ihre
Ängste hindurchführen? Doch, mit der Wucht der heutigen Veränderungen funktionieren die
anerzogenen Verdrängungsmechanismen nicht mehr. Zusätzlich sind die meisten Menschen
dieser Jahrgänge mit dem bevorstehenden Tod ihrer Eltern konfrontiert, die in diesem
Lebensstadium über ihre verdrängten Gefühle reden. Diese Wucht von zwei Seiten ist zu
stark. Die Angst sucht sich ihr Ventil! Da bisher leider keine heilenden Wege erlernt wurden,
kommen diese Menschen nicht darum herum, ihre Lernaufgabe anzunehmen: Den Umgang
mit natürlichen Gefühlen.

Derjenige, der zum Beispiel das Unternehmen verläßt und sich einem neuen Bereich
zuwenden möchte, der muß sich zunächst seiner Trauer, seinem wertschätzenden
Loslassen stellen. Wertschätzendes Loslassen heißt: 1. Aufhören zu beklagen und
stattdessen die Realität zu sehen. 2. Die Erfahrung, die ich in dem Unternehmen für meine
persönliche Entwicklung machen durfte, wirklich - tief in mir - wertzuschätzen.
Erst dann ist Platz frei für Visionen und neue Lebenswege.

Und was können Arbeitgeber tun?

Stehenbleiben. Hinschauen. Sich auf das eigene Selbst-Bewußtsein konzentrieren.
Unternehmer und Führungskräfte können ihre Mitarbeiter nicht wirklich vor einem Burnout
bewahren oder retten. Denn diese sind für ihre Persönlichkeitsentwicklung selbst
verantwortlich, und Kommunikation läuft beidseitig. Doch: Sie können Konditionen schaffen,
Gelegenheiten bieten, die es dem Mitarbeiter ermöglichen den Veränderungsweg aktiv
mitzugehen. Es ist ihre Aufgabe in der heutigen Zeit sich neue, befähigende
Führungsstrukturen und authentische Führungsstile zu erarbeiten, die wesentlich von den
bisherigen abweichen. Wenn die alten Werte nicht mehr stimmen, müssen neue geschaffen
werden. Wenn Angst vorherrscht, muß Vertrauen her. Doch bevor sie das tun und erleben,
müssen sie das Bestehende sehen und „das Alte“ Respekt- und würdevoll loslassen.
Beim Kongress Visionäres Wirtschaften am 15. und 16.10.2011 in München werden
Unternehmer, Führungskräfte und Mitarbeiter individuelle Anhaltspunkte und Impulse
erhalten, die sie auf Ihrem Weg zu einem gesunden (Arbeits)leben unterstützen werden.

Autorin Sabine Mrazek. Auf dem Kongress zeigt Sabine Mrazek, Geschäftsführerin von
sabeconsult Coaching und Coach Gutachterin für den Deutschen Verband für Coaching
und Training e.V. (dvct e.V.), in einem Workshop Wege auf, mit Burnout umzugehen.
Sonntag den 16.10. um 14 Uhr (begrenzte Teilnehmerzahl, bitte voranmelden),
siehe www.sabeconsult.com

Link zum Programm hier www.visionaeres-wirtschaften.de , http://www.visionaeres-wirtschaften.de/de/kongress/programm-ablauf 
Tickets hier  Tickets 

 
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